Bye-bye, Shampoo – ein Selbstversuch

4. August 2016
nopoo haarwäsche lavaerde

Haarpflege ist ja ein Thema, das hier auf dem Blog bislang eher zweitrangig war. Der Grund dafür ist einfach: meine kurzen Haare sind superpflegeleicht. Ich habe weder mit Spliss noch mit anderen haarigen Problemen wie trockener Kopfhaut oder ähnlichem zu kämpfen. Und durch die kurze Länge (ein Oxymoron?) sind auch Probleme wie fehlendes Volumen, das ich bei meinem feinen Haar ab Bob-Länge auf jeden Fall hätte, kein Thema. Meine Neugier hält sich dementsprechend beim Testen von Shampoos eher in Grenzen. Ich habe ein paar Favoriten, auf die ich immer wieder zurückgreife und wenig Lust, da ständig zu wechseln. (Ganz im Gegensatz zu Körperpflege-Produkten! 😀 )

Und dennoch beschäftigt mich das Thema Haarwäsche gerade sehr. Ich habe alle Shampoos in die hinterste Schrankecke verbannt und wage mich an die natürliche „No Poo“-Haarpflege. Sprich: ich benutze ab sofort kein Shampoo mehr, um meine Haare zu waschen!

Warum No Poo?

Das Thema No Poo ist ja seit Jahren auf Blogs, die sich mit Naturkosmetik, Haarpflege oder veganem Lebenstil beschäftigen, schon präsent. Mich beschäftigt es gedanklich schon eine Weile, und nun versuche ich mich einfach mal daran. Und das aus folgenden Gründen:

  1. Ich pansche einfach gerne rum! 😀 Sei es das Mischen von Aromatherapie-Roll-Ons, Lipbalms oder ähnlichem: DIY fetzt! Warum also nicht auch einfach mal das Shampoo – oder eben das Nicht-Shampoo – in der Hexenküche selbst mischen?
  2. Das Selbermachen hat in diesem Fall aber nicht nur reinen Vergnügungscharakter, sondern dient auch einem Zweck: ich möchte gern meinen Haarwasch-Rhythmus verlängern. Derzeit wasche ich mir aller 2 Tage die Haare. Wie cool wäre es, wenn ich nur noch ein oder zweimal pro Woche meine Haare waschen müsste! Vielleicht klappt es ja mit den Shampoo-Alternativen.
  3. Ich liebe Multifunktions-Produkte. Hydrolate, Öle, Erden – sie alle können so vielseitig eingesetzt werden, dass ich einfach eine für mich neue Art der Anwendung auch gern mal ausprobieren möchte.
  4. Zu guter letzt spielt ein anderer Faktor auch noch mit rein: Neugier! Ich möchte einfach mal wissen, wie es ist, sich ohne Shampoo die Haare zu waschen.

Inspirations-Quellen zum Einstieg

Zum Thema No Poo findet ihr im Netz massig Informationen! Ich durchforste gerade gefühlt drölfhundert Seiten nach Rezepten, Anleitungen und Informationen. Dazu zählen unter anderem diese hier:

Wie habe ich begonnen?

no poo haarwäsche lavaerde

Nun mixe ich mir meinen Shampoo-Ersatz also selbst. Begonnen habe ich mal auf gut Glück mit einer Mischung aus drei Produkten:

  1. Lavaerde von Logona: Das ist quasi der Schmutzfänger in der Mischung. Ich habe Freestyle-mäßig einfach zwei EL mit einer unbestimmten Menge Wasser vermengt, bis eine puddingartige Masse daraus entstanden ist.
  2. Rosenwasser von Apeiron (PR-Sample): Davon habe ich nur ein, zwei Spritzer hinzugegeben – des Duftes wegen. Hat aber am Ende dufttechnisch fast nichts bewirkt, dafür war die Menge sicher zu gering.
  3. Macadamia-Öl von Mahlenbrey (PR-Sample): Zwei Tropfen habe ich zur Mischung gegeben, um die Konsistenz etwas cremiger zu gestalten und die Haare gleichzeitig ein bisschen zu pflegen.

Die Mischung habe ich auf das nasse Haar gegeben, gründlich einmassiert und ein paar Minuten einwirken lassen. Danach habe ich sie – nicht anders als normales Shampoo – mit warmem Wasser ausgespült.

Rinsen oder nicht rinsen – das ist hier die Frage!

Allein das Thema Rinsen ist ja eine Wissenschaft für sich, zu der man wahnsinnig viele Infos im Netz findet. Sinn und Zweck einer Rinse als Abschluss nach der shampoofreien Haarwäsche ist es, die Schuppenschicht der Haare wieder zu schließen. Das schützt die Haare, glättet sie und sorgt für einen schönen Glanz. Ob das bei der Wäsche mit Lavaerde überhaupt nötig ist, weiß ich noch nicht so genau. Versucht habe ich es jetzt schon ganz klassisch mit Apfelessig in Wasser – einer sauren Rinse. Aber ganz ehrlich: so sehr ich Apfelessig löffelweise in Bohnensuppe liebe, so wenig mag ich den Geruch, der davon in meinen Haaren – und vor allem im Badezimmer! – zurückbleibt. Örks! Da muss ich mir definitiv eine Alternative suchen.

Das erste Ergebnis

Meine ersten Versuche ohne Shampoo haben erstaunlich gut funktioniert. Ich hatte ja Angst, dass sich Lavaerde so hartnäckig wie Pflanzenhaarfarbe im Haar hält oder dass das Öl für fettige Strähnen sorgt. Nchts davon war der Fall. Das Ergebnis waren griffige, weiche und gleichzeitig fluffige Haare, wie ihr hier seht (ca. 20 Stunden nach der Wäsche, luftgetrocknet, ohne Stylingprodukte):

no poo haarwäsche ergebnis

Eure Tipps sind gefragt!

Nun bin ich ganz gespannt, was ihr zu dem Thema der shampoofreien Haarwäsche zu sagen habt! Habt ihr das schon mal ausprobiert? Was ist eure liebste Shampoo-Alternative? Welches ist euer liebstes No-Poo-Rezept? Könnt ihr Alternativen zur Apfelessig-Rinse empfehlen? Und welche Lesetipps aus dem Netz habt ihr noch?

Flutet gern die Kommentare mit euren Erfahrungen, Geheimtipps, Ideen, Empfehlungen und Gedanken ! 🙂 Lasst mich auch gern wissen, ob ihr in ein paar Wochen hier gern einen ausführlichen Erfahrungsbericht lesen wollt!

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18 Comments

  • Reply pretty green woman 4. August 2016 at 7:53

    Sehr interessantes Thema, das ich auch irgendwann mal auf dem Blog aufgreifen wollte, liebe Ida. 🙂

    Ich verstehe dich sehr gut, als meine Haare noch so kurz waren, waren Shampoo & Co auch kein großes Thema für mich. Da hat einfach alles funktioniert. (Was auch ein Grund ist, dass ich mir die kurzen Haare manchmal zurück wünsche.^^) Bei meiner aktuellen Länge (kurz vor Schulter) ist das bei meiner Haarstruktur (leichte Locken, eher feine Haare, somit oft etwas kraus) schon wieder was ganz anderes. *stöhn*

    Letztes Jahr irgendwann hatte ich schon mal die Haarwäsche mit Roggenmehl nach Erbse ausprobiert, bin davon aber wieder abgekommen, obwohl mir das Erlebnis gut gefallen hat. Durch Maddie, aber auch durch Kathrin von ein bisschen vegan, hatte ich darauf wieder Lust und bin nun seit gut 2 Wochen/ 5. Haarwäsche wieder dabei und poo- frei. 🙂

    Es ist auf jeden Fall ein spannendes Thema und ich würde mich über gegenseitigen Austausch sehr freuen. Mit Lavaerde habe ich meine Haare nämlich noch nicht gewaschen. 😉

    Liebe Grüße,
    Jenni
    pretty green woman kürzlich veröffentlicht…Geswatcht: Sheerlips Lipstick Camellia von Zuii OrganicMy Profile

    • Reply Herbs & Flowers 16. August 2016 at 19:58

      Ja, das „Problem“ kenne ich, dass die Haare beim Übergang von kurz auf lang unbändige Biester sind! Zum Glück hatte ich die fixe Idee, wieder wachsen zu lassen, nun schon seit einigen Jahren nicht mehr. 😀 Roggenmehl werde ich vermutlich nicht ausprobieren, irgendwie ist mir die Variante mit Lavaerde auf Anhieb sympathischer.

  • Reply Waldfee 4. August 2016 at 8:35

    Aktuell juckt meine Kopfhaut wieder stark und plackt. Und ich habe stark das neue Mukti-Shampoo in Verdacht. Ich werde noch wahnsinnig. Und da für 46€ in 500ml. Das werde ich dann meinem Mann in die Dusche stellen und mir zum letzten Mal schwören, nie wieder so teure Produkte ungetestet zu kaufen. Alternativ benutze ich jetzt das Less is more Cajeput bzw. Nemscalp. Das habe ich beides in Reisegrößen. Und rinse mit Apfelessig und experimentiere dazu wechselnd mit einem Condi von Lim.
    Natürlich möchte ich einen genauen Erfahrungsbericht von dir und deinem Test lesen. Für mich ist das allerdings nix. Morgens um 4:15 so ein Gepatsche im Bad kann ich nicht gebrauchen.

    • Reply Herbs & Flowers 16. August 2016 at 19:59

      Oje, das klingt ja gar nicht gut! Da gilt wohl im Zweifelsfall: never change a running system. Und ja, für Frühaufsteher oder unter Zeitdruck ist die Variante wohl eher nichts. Obwohl, vielleicht doch, nur ohne Selbermischen – dazu bald mehr auf dem Blog. 😉

  • Reply Erbse 4. August 2016 at 12:12

    Ach, Ida. <3 Das ist so toll! Danke fürs Teilen deiner Eindrücke und natürlich auch fürs Verlinken. 🙂

    Ein starker Tee kann ebenfalls die Schuppenschicht der Haare schließen. Am Besten in den Kühlschrank stellen vorher. Die Essig-Rinse ist vor Allem zu empfehlen, wenn man daheim sehr kalkhaltiges Wasser hat. Der Kalk setzt sich schnell im Haar fest.

    Liebste Grüße <3
    Erbse kürzlich veröffentlicht…Meine vegane Gesichtspflege 2.0My Profile

    • Reply Herbs & Flowers 16. August 2016 at 20:00

      Sehr gern, Erbse! 🙂 Das mit dem Tee werde ich auf jeden Fall ausprobieren! Oder aber eine andere Essig-Variante. Mal schauen. 🙂 Danke für den Tipp!

  • Reply Laura 4. August 2016 at 15:43

    Liebe Ida,
    ein schönes Thema was mich auch interessiert, auch wenn ich bei der Seifenwäsche hängen geblieben bin. So beruhigt war meine Schuppenflechte geplagte Kopfhaut noch nie mit Shampoo. Ich würde gerne über deine Erfahrungen lesen, denn vielleicht wage ich irgendwann den nächsten Schritt und probiere No Poo auch aus :-), dann kann ich hier nachlesen 😉
    Ich nehme immer einen kleinen Schluck Zitronensaft im warmen Leitungswasser, das riecht auf keinen Fall 😀
    LG Laura

    • Reply Herbs & Flowers 16. August 2016 at 20:01

      Mit Seife habe ich auch eine Zeitlang gewaschen, das Ergebnis mochte ich auch sehr. Ich weiß gar nicht, warum ich davon wieder abgekommen bin. Vermutlich war es die Neugier auf neue Produkte zu Beginn meiner NK-Zeit. 🙂 Und Zitronensaft erscheint mir eine sehr attraktive Alternative für die Rinse zu sein! 😀

  • Reply LinaLou 4. August 2016 at 19:38

    Vor einiger Zeit habe ich mal Roggenmehl ausprobiert und war überrascht wie gut das funktioniert! Definitiv ein Versuch wert:)
    Liebe Grüße,
    LinaLou

    • Reply Herbs & Flowers 16. August 2016 at 20:01

      Bislang konnte ich mich mit Roggenmehl gedanklich noch nicht so anfreunden, mal schauen, wie sich das entwickelt. 🙂

  • Reply Elisabeth Green 4. August 2016 at 20:40

    Mit Lavaerde habe ich bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht, dafür aber mit Roggenmehl, schau mal: https://www.elisabethgreen.com/naturkosmetik-selber-machen/haare-waschen-mit-roggenmehl/
    Lg
    Elisabeth Green kürzlich veröffentlicht…Ausflugstipp: Bio-Heidelbeeren selber pflückenMy Profile

  • Reply NEWS: Alverde LEs, Naturkosmetik-Einkäufe, Kurz-Reviews und die neuen Kollektionen • Lovingfair 28. August 2016 at 12:22

    […] also der Haarwäsche ohne Shampoo. Maddie von DariaDaria und Jenni von Pretty green woman sowie herbs & flowers haben in den letzten Wochen Artikel zum Thema No Poo verfasst. No Poo funktioniert bei mir gar […]

  • Reply Alternative Haarwäsche mit Lavaerde: ein erstes Zwischenfazit - herbsandflowers.de 5. September 2016 at 0:19

    […] Gründe dafür, mit Alternativen zu Shampoo zu suchen, habe ich in diesem Beitrag erläutert. Einer der Hauptgründe ist, dass ich gern meinen Waschrhythmus um mindestens einen Tag […]

  • Reply No Poo für Faule mit dem Eliah Sahil Natural Shampoo - herbsandflowers.de 7. November 2016 at 0:17

    […] Thema der alternativen Haarwäsche treibt mich drei Monate nach meinen ersten Versuchen mit tensidfreier No Poo-Haarpflege noch immer um. Eine der größten Herausforderungen war für mich gar nicht mal unbedingt die […]

  • Reply Marie 23. Dezember 2016 at 9:15

    Ich bin jetzt seit ein paar Monaten dabei meine Haare ohne Shampoo und Co. zu waschen. Hauptgrund dafür war eigentlich, um weniger Plastik in den Müll zu werfen.
    Ich kann dir Teebaumöl für das Ausspülen empfehlen, das funktioniert bei mir ganz gut. Ich mische es mit Apfelessig, aber den kannst du ja weglassen, wobei ich finde, dass man ihn im trockenen Haar gar nicht riecht.
    Um meine Spitzen zu pflegen verwende ich Kokosöl. Das kann auch bei trockener Kopfhaut angewendet werden! 🙂 Kokosöl kommt bei mir generell überall zum Einsatz, abschminken, Body Lotion, Kochen, … Am besten ist es eines aus biologischem Anbau und mit Kaltpressung zu verwenden, z.B. das von vitaminexpress.org.
    Hast du Haarseife auch schon ausprobiert?
    Alles Liebe,
    Marie

    • Reply Herbs & Flowers 15. Januar 2017 at 11:50

      Kokosöl ist echt so ein wunderbares Allroundtalent! In der Pflege mag ich es allerdings im Sommer lieber als im Winter. Haarseife habe ich in der Tat auch schon ausprobiert, das ist allerdings schon ein Jahre her. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso ich davon wieder abgekommen bin, denn mit dem Ergebnis war ich damals sehr zufrieden.

  • Reply Sandra 31. Januar 2017 at 20:54

    Vielen lieben Dank für den Einblick in Deinen Selbstversuch.

    Zur Haarpflege ohne Shampoo kann auch die Verwendung von Naturhaarborstenbürsten gehören.
    Bei trockenem Haar und um das Sedum der Kopfhaut gleichmäßig zu verteilen ist eine gute(!) Wildschweinborstenbürste empfehlenswert. Bei dickem Haar berichten einige Anwender von Problemen durch das Haar zu kommen, aber vielleicht liegt hier die Ursache eher in der Qualität der Bürste.
    Eine gute Bürste sollte unterschiedliche Borstenlängen haben und zwischen den Borsten sollte der Abstand groß genug sein, damit eben auch dickes Haar gut durchkommt.
    Das wäre vielleicht auch noch ein spannendes Thema für einen Selbstversuch? 🙂

    viele Grüße
    Sandra

    • Reply Herbs & Flowers 7. Februar 2017 at 16:43

      Meiner Wildschweinborstenbürste bin ich schon seit Jahren treu, der Selbstversuch ist quasi schon längst erfolgreich abgeschlossen. 😉

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    commentluv