No Poo für Faule mit dem Eliah Sahil Natural Shampoo

7. November 2016
eliah sahil natural shampoo amla

Das Thema der alternativen Haarwäsche treibt mich drei Monate nach meinen ersten Versuchen mit tensidfreier No Poo-Haarpflege noch immer um. Eine der größten Herausforderungen war für mich gar nicht mal unbedingt die Umstellung oder der zusätzliche Mehraufwand (den ich insgesamt für gar nicht sooo groß halte), sondern die Frage: wie wasche ich meine Haare, wenn ich unterwegs bin?

Wenn man die Haare mit Lavaerde wäscht, kommt da doch ein bisschen was an Utensilien zusammen: ein Gefäß zum Anrühren der Lavaerde, die benötigten „Zutaten“ (in meinem Fall Lavaerde + Rosenwasser + Macadamiaöl), Essig für die saure Rinse. Puh! So wichtig ist mir meine Frisur nun nicht, dass ich das alles im Koffer mitschleppen möchte. Und zum Abfüllen in transportable Minirationen bin ich schlichtweg zu faul.

Eine Faultier-freundliche Alternative musste also her. Leserin Gila war es, die bei meinem ersten Zwischenfazit in einem Kommentar das Natural Shampoo von Eliah Sahil erwähnte. Bei der Naturdrogerie ist mir das Shampoo der österreichischen Marke schon mehrmals über den Weg gelaufen, vor gut zwei Monaten durfte es also in den Warenkorb hüpfen.

Die Verpackung

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Das Shampoo-Pulver (oder Puder, wie es auf der Packung bezeichnet wird), befindet sich in einer Metalldose, die sich mit einem Schraubverschluss absolut dicht verschließen lässt – was gerade auf Reisen nicht unwichtig ist, denn ich möchte bitte nur meine Haare damit waschen und nicht meine Klamotten.

Überrascht war ich dennoch etwas darüber, dass die Dose schlichtweg eine einfache Öffnung ohne verschließbaren Siebeinsatz hat. Hätte die Dose zumindest mehrere kleine Löcher, ließe sich das Shampoo tatsächlich wie ein Puder anwenden. Mein Seidenpuder von Dr. Hauschka nutze ich ab und an als Trockenshampoo und stäube es direkt auf die Haare – das funktioniert bei so einer einzelnen, recht großen Öffnung natürlich nicht.

Die Anwendung

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Auf der Rückseite der Packung sind Hinweise zur Anwendung aufgedruckt, die simpler kaum sein könnte: einfach 1-2 TL des Puders auf die Handfläche oder direkt ins nasse Haar geben, gründlich einmassieren, gründlich ausspülen – fertig. Die Prozedur für ein optimales Waschergebnis nochmal wiederholen.

Da ich es wie gesagt schwierig finde, das Shampoo direkt auf die Haare zu geben, ohne es fein dosieren bzw. verteilen zu können, verwende ich das Shampoo wie folgt: ich gebe ca. 1 TL (grob geschätzt) direkt in meine leicht angefeuchtete Handfläche. Anschließend patsche ich mit der Hand am Scheitel entlang und verteile dann mit feuchten Händen das Shampoo auf Kopfhaut und Haaren und massiere es gründlich ein. Manchmal gebe ich dabei mit den Händen noch etwas Wasser hinzu. Ausspülen, nochmal shampoonieren, nochmal ausspülen. Klingt jetzt vielleicht etwas umständlich, ist aber im Grunde nicht wirklich aufwendiger als die Benutzung eines „normalen“ Shampoos.

Die Vorteile gegenüber Lavaerde

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Meiner Meinung nach hat das Pulvershampoo von Eliah Sahil ein paar Vorteile gegenüber der No Poo-Wäsche mit Lavaerde:

1. Zeitersparnis

Die Anwendung des Shampoos erfordert alles in allem deutlich weniger Zeit und Aufwand als beim Waschen mit Lavaerde. Das Pulvershampoo ist sofort „ready to go“ und ist somit auch auf Reisen superpraktisch. Wer mit dem direkten Auftrag nicht klar kommt (was insbesondere bei längerem Haar vielleicht der Fall sein könnte), kann allerdings auch das Shampoo mit Wasser anrühren, kurz ziehen lassen und dann die angerührte Masse in den Haaren verteilen. Bei meinen kurzen Haaren funktioniert es aber auch mit dem direkten Auftrag easy-peasy. Im Vergleich zur Lavaerde ist das Natural Shampoo außerdem im Vorteil, weil es keine zusätzlichen Utensilien benötigt – das spart auch Platz im Badezimmer.

2. Der Schaum

Wie jetzt, Schaum? Jaaa, es schäumt tatsächlich – und das ganz ohne Tenside!!! Ich finde das so megacool, denn das schäumende Gefühl habe ich bei der Anwendung von Lavaerde doch etwas vermisst. Zu den schäumenden Inhaltsstoffen gibt es weiter unten noch ein paar Worte. Bei mir bildet sich der Schaum meistens erst beim zweiten Waschgang so richtig. Klar, das Gefühl unterscheidet sich schon von der Haarwäsche mit Tensiden, aber dennoch: es schäumt. Punkt.

3. Keine saure Rinse

Meine Haare fühlen sich direkt nach dem Waschen so fluffig und gleichzeitig griffig an, dass ich keine saure Rinse benötige. Da kann die Flasche mit dem Himbeeressig also getrost wieder zurück ins Küchenregal wandern. Also auch hier: weniger Aufwand plus Zeitersparnis. Außerdem glänzen die Haare so schön!

Die Inhaltsstoffe – pro und contra

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Werfen wir nun fix einen Blick auf die INCI-Liste:

Solum Fullonum, Acacia Concinna, Sapindus Mukorossi, Emblica officinalis, Terminalia Chebula, Terminalia Bellirica, Phyllanthus Urinaria.

Das Geheimnis des Schaums wird damit auch gelüftet: das Shampoo enthält Sapindus Mukorossi, zu Deutsch Waschnussbaum. Das auch als „Seifenbaum“ bezeichnete Gewächs, das ursprünglich in Asien beheimatet ist, liefert Waschnüsse, die bei uns auch als Reinigungsmittel für Kleidung bekannt sind. Waschnüsse enthalten Saponine, die eben im Shampoo den feinen Schaum bilden und die Haare gründlich, aber schonend reinigen. Falls ihr euch für Waschnüsse als Shampoo-Alternative interessiert, klickt doch mal in diesen Beitrag von Erbse rein. Der zunehmende Gebrauch von Waschnüssen in der westlichen Welt steht allerdings seit Jahren wiederholt in der Kritik, da er zu einem erheblichen Anstieg der Preise für Waschnüsse in Indien geführt hat (mehr dazu hier).

Hervorheben möchte ich außerdem noch das enthaltene Amla (Emblica Officinalis). Wenn man sich mit ayurvedischen Shampoos beschäftigt, kommt man daran kaum vorbei, denn in puncto Haarpflege ist Amla ein ziemliches Kraftpaket: es sorgt nicht nur für glänzendes Haar, sondern kräftigt die Haarwurzeln, wirkt Schuppen entgegen und beruhigt die Kopfhaut. Das ist definitiv also ein Pluspunkt, was die Inhaltsstoffe anbelangt.

Nun ist das aber mit dem Geruch von Amla so eine Sache. Amla riecht echt speziell – mir fällt dazu zuerst das Wort „medizinisch“ ein. Wer den Duft kennt, weiß, was ich meine. Wäre unter 100 Shampoos nur eins mit Amla dabei, ließe sich das nur anhand vom Duft sicher identifizieren. Ich persönlich würde Amla nicht zu meinen Lieblings-Wohlfühl-Düften zählen, kann mit dem Duft in dem Natural Shampoo aber sehr gut leben. Das reine Amla-Shampoo von Khadi ist zum Beispiel hingegen gar nicht mein Fall. Das Pulvershampoo von Eliah Sahil kommt zum Glück auch noch mit ein paar grundlegend krautigen Duftnoten um die Ecke. Wer solche Düfte nicht mag, sollte vielleicht doch eher zur geruchsneutraleren Lavaerde greifen.

Fazit

Das Natural Shampoo von Eliah Sahil ist aus meiner Sicht bestens dazu geeignet, um sich dem Thema der tensidfreien Haarwäsche zu nähern. Gebrauchsfertiges Produkt, einfache Anwendung, tolles Ergebnis, unterwegs praktisch. Da spielt die Lavaerde plötzlich trotz des speziellen Dufts des Shampoos nur noch die zweite Geige. Ob ich meine Haare nun dauerhaft shampoofrei wasche? Dazu bald mehr.

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15 Comments

  • Reply Petra 7. November 2016 at 10:45

    Ich habe mich ja mal zu einer Alternative zu Waschnüssen hinreißen lassen, nämlich Rosskastanien. Bei Experiment Selbstversorgung habe ich ein Rezept mit Äpfeln und Rosmarin gefunden. Das hat gut geklappt, die Haare sind auch sauber geworden und waren luftig. Ich habe etwas weniger Öl genommen aber dann für den Duft noch Lavendel fein dazugegeben 😉 Abgefüllt habe ich es in ein leeres Minifläschchen von Sonett, da geht’s auch mit auf Reisen als Shampoo und Duschgel.

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:26

      Puh, das klingt alles in allem irgendwie aufwendig. Das wäre für mich mal was zum Probieren aus reiner Neugier, wie gut es funktioniert – aber im Alltag mus es dann doch etwas unkomplizierter gehen. 🙂

      • Reply Petra 9. November 2016 at 21:50

        Nö gar nicht. Die Kastanien hatte ich mit 3x Bücken zusammen, sie dann in einem Mörser grob zerstampft, dann ab in den Mixer, aufkochen, abfüllen, 3 Wochen hat’s gelangt. Shampoo online aussuchen, bestellen und dann Paket beim Nachbarn oder der Packstation einsammeln dauert mindestens genauso lang 😜

  • Reply Gila 7. November 2016 at 13:22

    Auch wenn Eliah Sahil Shampoo gerade nicht in meinem Bad steht, gehört es nach wie vor zu meinen drei bis vier Lieblingsshampoos und wird nachgekauft.
    Von speziellem Duft habe ich nichts bemerkt, zumindest bleibt er nach der Wäsche nicht in den Haaren.
    Sehr angenehm auch für die Kopfhaut!

    • Reply Waldfee 7. November 2016 at 15:05

      Gila, da sprechen wir dann beim nächsten Treffen mal drüber. Das Pulver hatte ich auch schon mal auf dem Schirm, bin aber immer wieder von abgekommen.
      Im Moment ist meine Kopfhaut im Lot, Dank Bioturm für trockene Kopfhaut und Arya Laya Brennessel/ Lavendel Shampoo im Wechsel. Aber das Eliah Sahil Pulver täte ich doch gerne mal ausprobieren.
      Danke Ida für den Denkanstoß.

      • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:27

        Gern, Waldfee! 🙂 Gut, dass deine Kopfhaut gerade im Lot ist, ich erinnere mich, dass du damit immer wieder zu kämpfen hattest. Dann würde ich an deiner Stelle vielleicht erst einmal keine Experimente wagen. 😉

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:26

      Das stimmt, der Amla-Duft verfliegt nach dem Waschen. Danke nochmal für den Tipp, Gila!

  • Reply strawberrymouse 7. November 2016 at 22:10

    Ich muss sagen, dass mich Eliah Sahil Dosen schon optisch sehr ansprechen. Verpackungsopfer.
    Lava-Erde ist mir immer etwas zu umständlich, obwohl es für mich sicher besser wäre, weil ich viele
    Tenside nicht vertrage. Tensid frei ist diese Variante natürlich nicht, aber wirklich ein guter Einstieg, um sich der Methode zu nähern.
    strawberrymouse kürzlich veröffentlicht…[Review] John Masters Organics Citrus & Neroli DetanglerMy Profile

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:28

      Ich finde die Dosen gar nicht sooo schick, dafür aber superpraktisch. 🙂

  • Reply Theresa vom Projekt Schminkumstellung 8. November 2016 at 9:11

    Liebe Ida,
    vielen Dank für diesen tollen Tipp (: . Ich habe ja auch recht lange mit Lavaerde gewaschen (bestimmt ein halbes Jahr), aber bin dann irgendwann davon abgekommen, weil sich meine trockene Kopfhaut inkl. Schuppen nicht vollständig verabschiedet hat. Es wurde zwar insgesamt besser, aber der Zustand hält sich seitdem. Jetzt möchte ich gern die Curly-Girl-Methode probieren und nur mit Conditioner waschen, habe allerdings Bedenken, dass meine Haare, die ich nur 1x wöchentlich wasche, nicht richtig sauber damit werden. Das Pulver klingt nach einem guten Zwischending, was den Aufwand betrifft und die Inhaltsstoffe lesen sich sehr interessant. Wenn es dann noch der Kopfhaut gut tun soll muss es wohl bei der nächsten Bestellung mit (: .
    Danke für’s Vorstellen und ganz liebe Grüße.
    Theresa vom Projekt Schminkumstellung kürzlich veröffentlicht…Kosmetik aussortieren, Entsorgungsalternativen und bewussterer KonsumMy Profile

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:29

      Wow, einmal pro Woche Haare waschen – ein Traum! 🙂 Vielleicht klappt das ja auch mit Conditioner gut, wer weiß. Ansonsten würde es mich sehr interessieren, wie du das Pulvershampoo findest, falls du es mal ausprobierst.

  • Reply Noemi B. 8. November 2016 at 16:04

    Hach, da werden Erinnerungen wach… vor meiner Seifenwäschezeit hab ich ja mal 2 Dosen davon verbraucht und war eigentlich ganz zufrieden damit. Den Duft habe ich einfach nur mit „indisch“ assoziert und der hat mich auch nicht gestrört – und es gibt ganz nettes Volumen.
    Ich werde mir gleich wieder eine Dose holen gehen, eins der wenigen Dinge, die hier offline erhältlich sind 🙂 danke fürs Erinnern!

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:30

      Ja, stimmt, „indisch“ ist eine passende Assoziation. Mein erster Gedanke ist bei Amla aber doch immer wieder „medizinisch“. 😀

  • Reply Petrina 9. November 2016 at 16:52

    Oh danke Ida fuer deinen ausfuehrlichen Bericht, die Fotos sind wie immer der „Hammer“!

    Ich hatte das Shampoo auch des oefteren auf den Schirm, aber mich nicht so richtig ran getraut, jetzt wo du schreibst, dass es etwas aufschaeumt ist das was anderes 🙂 den mit Lavaerde (ohne Schaum) hatte ich mit meiner dichten Lockenmaehne nie so richtig das Sauberkeitsgefuehl und war immer etwas schwierig die Lavaerde wieder aus den Haaren zu bekommen.

    Bei der naechsten Bestellung kommt die Dose mit!

    • Reply Herbs & Flowers 9. November 2016 at 21:31

      Danke, Petrina! 🙂 Lavaerde stelle ich mir bei dichten Locken relativ aufwendig vor, vor allem beim Auswaschen. Bei meinen kurzen, glatten Haaren ist das ja von Natur aus alles unkomplizierter.

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