Sauer macht schön: Die Pink Clay Mask von Lovely Day

19. Juni 2017
lovely day hyaluron and bloom pink clay mask

Trockene Haut kann manchmal ganz schön nervig sein. So toll ich es auch finde, insbesondere in den kalten Monaten reichhaltige Öle und Cremes verwenden zu können – trockene, schuppige Stellen können einem doch ziemlich auf den Geist gehen. Gerade beim Wechsel der Jahreszeiten von kalt auf mild ist mir jedes Jahr aufs Neue nach einem „Frühjahrsputz“, der wieder für geschmeidige, zarte, schuppenfreie Haut sorgt.

Mechanische vs. chemische Peelings

Als ich begonnen habe, Naturkosmetik zu verwenden, hielt ich mechanische Peeling noch für eine gute Idee. Ihr erinnert euch vielleicht an meine Review des Kukui & Jojoba Bead Skin Brightening Exfoliator  von Pai, den ich euch 2014 vorgestellt habe. Im Jahr darauf habe ich mich zum ersten Mal eingehender mit Alternativen zu mechanischen Peelings befasst. Es musste doch etwas geben, das die Haut effektiv, aber gleichzeitig sanft von trockenen, schuppigen Stellen befreien kann! Siehe da, so bin ich schließlich bei chemischen Peelings mit Säuren und Enzymen gelandet. Als eines der ersten Naturkosmetik-Produkte in diesem Bereich habe ich euch 2015 die AHA Brightening Peel Mask von Mádara vorgestellt. Zu Beginn des Frühjahrs hat mich das Peeling-Thema also auch in diesem Jahr wieder eingeholt und ich war neugierig darauf, ob es denn eine noch mildere Alternative zu AHA- (und BHA-)Masken gibt. Also ran an den Rechner und drauf los recherchiert! Und siehe da: so landete ich bei PHA.

AHA, BHA, PHA – alles klar im Säuren-Wirr-Warr?

Falls ihr jetzt gerade nur noch Bahnhof versteht, dann kommt hier ein ganz knapper Abriss zu den verschiedenen Formen chemischer Peelings:

  • AHA: Alpha Hydroxy Acids. Zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie Feuchtigkeit binden. Deshalb vor allem bei feuchtigkeitsarmer/schuppiger Haut geeignet. Zu den AHA zählen insbesondere Fruchtsäuren (z. B. Glykolsäure), Mandelsäure und Milchsäure.
  • BHA: Beta-Hydroxy-Acids. Sind im Gegensatz zu AHA fettliebend, d. h. sie reinigen Poren auch im Inneren. Wirken außerdem entzündungshemmend und sind somit vor allem bei fettiger, unreiner oder akne-entzündlicher Haut geeignet. Vertreter: Salizylsäure (Salicylic Acid).
  • PHA: Poly-Hydroxy-Acids. Wirken ähnlich wie AHA, dringen aber aufgrund ihrer Molekülgröße nicht so tief in die Haut ein und sind somit sanfter. Wirken außerdem antioxidativ. Vor allem bei empfindlicher und feuchtigkeitsarmer Haut geeignet. Vertreter: Gluconolactone, Lactobionic Acid.

Wer tiefer in die Thematik und die chemischen Grundlagen dahinter einsteigen möchte, ist mit der Lektüre der folgenden Beiträge gut beraten:

In der Naturkosmetik sind chemische Peelings noch recht rar gesät, aber ich vermute, dass das Angebot zukünftig noch wachsen wird. Eine Marke, bei der ihr bereits heute in Sachen PHA fündig werdet, ist Lovely Day.

Lovely Day: Natürliche Wirkstoffkosmetik aus Berlin

Das Berliner Label Lovely Day wurde Anfang 2016 gegründet und setzt in seinen Produkten auf reizarme Rezepturen in Kombination mit Wirkstoffen wie Hyaluronsäure, Niacinamid oder eben auch modernen Peeling-Wirkstoffen. Alle Produkte sind vegan.

Zugegeben, ich war anfangs ziemlich skeptisch, da ich aufgrund des Namens (anfänglich las man überall noch die Langversion „Lovely Day Botanicals“), des Packagings und teilweise auch wegen der Produktbezeichnungen den Eindruck hatte, dass es sich um eine Kopie der US-amerikanischen Marke Herbivore Botanicals handelt. Lange hat es also gedauert, bis mich einige positive Reviews dazu gebracht haben, meine Zweifel beiseite zu schieben und die Produkte einfach mal zu testen. Gesagt, getan.

Die Hyaluron & Bloom-Serie

Hat da jemand Hyaluron gesagt? Einmal hierher, bitte! Hyaluronsäure ist derzeit einfach einer meiner liebsten Wirkstoffe – kein Wunder also, dass mich die Hyaluron & Bloom-Serie von Lovely Day gleich angesprochen hat. Ich nutze seit mehreren Wochen alle drei Produkte aus der Reihe:

  • Face Toner
  • Pink Clay Mask
  • Tropical Hydration Nectar

Die Pink Clay Mask

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Die Pink Clay Mask ist von der Anwendung her eine Maske, gepaart mit der Wirkung eines sanften chemischen Peelings. Ersichtlich wird das anhand der Inhaltsstoffe, hier taucht Gluconolactone als PHA-Säure auf:

Aqua, Caprylic/Capric Triglyceride, Rosa Damascea Flower Water, Glycerin, Rubus Idaeus Seed Oil, Rosa Moschata Seed Oil, Lactobacillus Ferment, Cetearyl Wheat Straw Glycosides (and) Cetearyl Alcohol, Glyceryl Stearate Citrate, Tocopherol, Kaolinite, Gluconolactone, Hibiscus Sabdariffa Flower Extract, Sodium Hyaluronate, Citric Acid, Benzyl Alcohol**, Benzoic Acid**, Sorbic Acid** ** Konzentration unter 0,01 % (Spuren)

Namensgebend für die Maske ist rosa Tonerde, die besonders bei empfindlicher und trockener Haut empfohlen wird. Diese profitiert in dieser Rezeptur u. a. auch von feuchtigkeitsspendendem Glycerin, besänftigendem Rosenwasser, beruhigendem Himbeersamenöl, regenerierendem Wildrosenöl sowie feuchtigkeitsspendender Hyaluronsäure. Die Maske ist geruchsneutral.

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Die Anwendung ist denkbar unkompliziert: nach der Reinigung des Gesichts trage ich die Maske einfach in einer gleichmäßigen Schicht auf die Haut auf. Dank der cremigen Textur ist das kein Problem. Es wird empfohlen, die Maske 25 Minuten einwirken zu lassen. Hier zeigt sich der Vorteil gegenüber AHA-Säuren: die AHA-Maske von Mádara bitzelt bereits wenige Augenblicke nach dem Auftragen leicht, aber deutlich wahrnehmbar auf meiner Haut, so dass ich sie nach wenigen Minuten bereits abwasche. Die PHA-Maske von Lovely Day ist vom Hautgefühl her sanfter, so dass ich sie länger auf der Haut belassen kann. Nach der Einwirkzeit spüle ich die Maske gründlich mit warmem Wasser ab, es bleibt ein ganz leichter Film zurück, den ich als angenehm pflegend empfinde. Meistens verwende ich danach direkt trotzdem noch den passenden Toner und den Nectar (der übrigens eine Art Gel-Serum ist) oder ein anderes Serum meiner Wahl. Der PHA-Anteil dürfte in diesem Produkt im Vergleich zu vielen konventionellen chemischen Peelings recht gering sein, dennoch achte ich darauf, dass ich an den Tagen nach der Anwendung Sonnenschutz trage, da peelende Säuren die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Da bin ich insbesondere aufgrund meiner Pigmentflecken vorsichtig.

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Das Ergebnis ist toll: meine Haut ist nach der Anwendung weich, zart, geglättet und sie strahlt. Gerötet ist sie kein bisschen. Bei regelmäßiger Anwendung über mehrere Tage hinweg habe ich so meinen „Frühjahrsputz“ in diesem Jahr gestaltet und bin schuppige Stellen auf den Wangen in kurzer Zeit losgeworden. Für gelegentliche Anwendungen oder bei sehr, sehr trockener Haut würde ich persönlich AHA-Masken aufgrund der schnelleren Wirkung den Vorzug geben, bei regelmäßiger Anwendung finde ich jedoch die sanfte Wirkung der PHA-Maske bei meiner sensiblen Haut angenehmer.

Die Pink Clay Mask ist in zwei Varianten erhältlich: mit 50 ml und mit 100 ml Inhalt. Der kleinere Tiegel kostet 19,00 Euro, der größere 34,00 Euro. Fündig werdet ihr entweder direkt im Shop des Labels oder bspw. bei Savue Beauty. Übrigens, Lovely Day hat auch noch eine zweite Maske mit PHA im Sortiment: die Charcoal Manuka PHA Cleansing Mask, die mit Aktivkohle und Manukahonig vor allem für unreine, entzündete Haut interessant sein dürfte.

Nach anfänglicher Skepsis hat mich Lovely Day auch mit den beiden anderen Produkten, die ich derzeit nutze, voll überzeugt: Naturkosmetik made in Germany mit modernen Wirkstoffen und sicht- und spürbarem Effekt – finde ich top! Ich liebäugle nun damit, weitere Produkte der Marke zu testen, allen voran das Reinigungsgel.

Habt ihr Erfahrungen mit den Produkten von Lovely Day? Und nutzt ihr generell chemische Peelings?

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5 Comments

  • Reply gruengeschminkt 19. Juni 2017 at 11:04

    Hallo liebe Ida,
    mannoman, da hast du aber mal ne schöne Übersicht gegeben.
    Da ich von Peelings wirklich gar kein Fan bin, hab ich mich bisher damit auch so gut wie gar nicht beschäftigt. Außer mit ein wenig Lipase-Action aus den bekannten Enzympeelings hab ich mich in die Materie bisher auch nicht eingearbetet, da ich pure Heilerde (gerade vulkanartie, schwammartie Erden wie Ghassoul und vor allem Zeolith) einfach an Nummer eins gestellt habe. Je nach Hautzustand misch ich das mit Sole, kolloidalem Silberwasser oder Dabbahydrolat. Und seitdem hab ich mit meiner trockenen Haut (selbst im Winter) keine Probleme mehr mit Hautschüppchen und mit den ewig nervenden Unreinheiten. Ich denk bei mir ist das Problem der Whiteheads wirklich durch die Verhornung entstanden. Bzw. entsteht dadurch. Wenn ich die Hautschüppchen wegkrieg und gleichzeitig in die Tiefe reinige (meine Haut reagiert auch gut auf Ölziehen, das auch auf irgendeine Weise reinigend wirken muss), hab ich keine großen Probleme mehr. Und da ich mit meiner Haut sowieso aufpassen muss, nicht zu viel zu zu geben, hab ich nicht die Möglichkeit solch schöne Masken zu benutzen.
    Ich pflege nach der Maske mit einigen Schichten Hydrolat und einem schönen Öl. Und ab und an mal kann ich auch mal mit den Hauschka Masken einen Impuls geben (witzigerweise sind die Hauschka Masken super für meine Haut, während die anderen Pflegeprodukte so gar nichts für sie sind).

    Aber der Artikel war unglaublich interessant, und hat mich mal wieder an meine Wissensgrenzen gebracht. Spannend. Da muss ich mich noch mal eingehender mit beschäftigen.

    Sei lieb gegrüßt und Danke hierfür.
    Lena

  • Reply Waldfee 19. Juni 2017 at 16:03

    Liebe Ida, mit Peelings habe ich mich noch gar nicht befasst. Weder mit mechanischen, noch solchen mit AHA… Irgendwie habe ich da einen Heidenrespekt vor. Ich nehme gerne mal eine der Hauschka-Masken oder die Vestige Verdant…das wars aber auch schon. Irgendwie denke ich immer, das ich das nicht brauche. Trotzdem sieht der Inhslt des Töpchens lecker aus auf deinem Foto.

  • Reply Fräulein Immergrün 20. Juni 2017 at 21:39

    Ach liebe Ida,
    vielen Dank für die Aufklärung. Ich habe mich einfach mit chemischen Peelings noch so überhaupt gar nicht beschäftigt – deine Übersicht macht es einfach und verständlich. Sehr gut!

    Tatsächlich hatte mich anfänglich die Marke auch nicht überzeugt. Aber auch, weil sie gefühlt auf allen Blogs erschienen ist (Influencer Marketing at it’s best) und ich sie für mich gleich als „nicht reizfrei“ abgetan habe.
    Bestätigt wird das ja zumindest etwas in den Inhaltsstoffen der Maske. Ich bleibe also weiter skeptisch und werde wohl die Produkte eher nicht ausprobieren.
    Des weiteren hatte ich schon mal ein Enzym Fruchtsäure Peeling von ??? (wem auch immer): Meine Haut hat hellauf geleuchtet und rot geglüht binnen kürzester Zeit. Deshalb werde ich es wohl eher wie Lena halten – nutzen, was ich vertrage.

    Dennoch habe ich mich riesig über deinen Beitrag gefreut. Ich mag deine Artikel einfach: Sie bereichern mit Wissen, sind einfach gut geschrieben und deine Bilder sind auch toll.

    Grünste Grüße
    Fräulein Immergrün kürzlich veröffentlicht…Frisch, frischer – Duftfavoriten für den SommerMy Profile

  • Reply ana 20. Juni 2017 at 23:45

    Hmmm, spannend wie unterschiedlich die Interessen ausfallen! Ich war jetzt vor Begeisterung vom Hocker, weil mir gerade acids in der Naturkosmetik fehlen – meine nicht so trockene, als dehydrierte, unreine Haut kommt mit mechanischen Peelings nicht so gut klar und bisher scheint das Angebot in der NK wirklich eher überschaubar zu sein. Daher vielen, vielen Dank für den spannenden Artikel – und als schreibfaule Leserin wollte ich mich dazu bekennen, wie gerne ich deinen Blog lese, liebe Ida! Herzlichen Glückwunsch übrigens, und danke, dass du in so spannenden Zeiten an unsre Haut denkst! 😉

  • Reply Schnappschuss: Herbs & Flowers in der Cosmia - herbsandflowers.de 22. Juni 2017 at 10:57

    […] Feedback zu den Beiträgen freue ich mich dennoch sehr, erst gestern haben mir eure Kommentare zur Pink Clay Mask von Lovely Day das Herz […]

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    commentluv