Tipps zum Einstieg in die Aromatherapie

30. Mai 2016
aromatherapie ätherische öle

„Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als Worte, Augenschein, Gefühl und Wille. Die Überzeugungskraft des Duftes ist nicht abzuwehren, sie geht in uns hinein wie die Atemluft in unsere Lungen, sie erfüllt uns, füllt uns vollkommen aus, es gibt kein Mittel gegen sie.“

Patrick Süskind – Das Parfum


Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert davon, wie unmittelbar Düfte auf uns wirken. Während ich ätherische Öle vor ein paar Jahren noch als nette Duftmittelchen betrachtete, ist mir nach und nach klar geworden, wie wirkungsvoll diese Pflanzenessenzen sind und dass ihre Anwendung in der Aromatherapie viel mehr ist als nur das Beduften von Raumluft und Co. In den letzten Wochen hatte ich in einigen Gesprächen rund um das Thema der ätherischen Öle immer wieder den Gedanken, dass ich gern mal ein paar Tipps für den Einstieg in die Aromatherapie mit euch teilen möchte. Hier kommen sie:

Tipp Nr. 1: Hochwertige ätherische Öle kaufen

„Duftöle“, „Parfumöle“, „Aroma-Öle“ – es tummeln sich viele Produkte auf dem Markt, von denen längst nicht alle zur Aromatherapie geeignet sind. Ein hochwertiges ätherisches Öl erkennt ihr am Etikett oder in Online-Shops an folgenden Angaben:

  • Der Hinweis „100% naturreines ätherisches Öl“ gibt Auskunft darüber, dass bpsw. in einem ätherischen Pfefferminz-Öl tatsächlich auch nur die Mentha piperita und keine andere Pflanze zur Gewinnung verwendet worden ist.
  • Siegel wie NATRUE oder demeter oder auch der Hinweis auf kontrolliert biologischen Anbau sind weitere Qualitätsmerkmale
  • Der botanische, lateinische Name der Pflanze wird genannt
  • Das Gewinnungsverfahren des ätherischen Öls und der dabei verwendete Pflanzenteil wird angegeben – zum Beispiel „Kaltpressung, Schale“ oder „Wasserdampfdestillation, Blatt“
  • Das Herkunftsland der verwendeten Pflanze wird angegeben
  • Die Chargennummer ist abgedruckt

So habt ihr die Gewissheit, dass es sich um ein zur Aromatherapie/Aromapflege geeignetes ätherisches Öl und nicht um ein einfaches synthetisches Duftöl ohne aromatherapeutische Wirkung oder minderwertige Mischungen handelt.

Erkennbar ist die Seriösität eines Aromatherapie-Anbieters darüber hinaus auch daran, dass die Preise für die einzelnen ätherischen Öle zum Teil erheblich variieren. Während Zitrusöle zum Beispiel vergleichsweise günstig sind, sind bspw. die ätherischen Öle von Immortelle, Cistrose oder Sandelholz deutlich preisintensiver. Wenn also ein Anbieter jedes ätherische Öl zum gleichen Preis verkauft, solltet ihr davon lieber die Finger lassen.

Tipp Nr. 2: Ätherische Öle richtig lagern

Ätherische Öle sollten grundsätzlich lichtgeschützt und trocken gelagert werden und keinen größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Meine Fläschchen bewahre ich in einer Holzbox auf, die sich wiederum in der Schublade einer Kommode außerhalb des Badezimmers befindet.

aromatherapie ätherische öle lagerung

Tipp Nr. 3: Mit einer kleinen Basisausstattung starten

Als ich angefangen habe, mich mit Aromatherapie zu beschäftigen, wollte ich am liebsten sofort wie wild drauf losmischen. Ich habe meinen Duftvorlieben folgend einige ätherische Öle bestellt und wollte mit einem Körperöl beginnen, bei dem ich 6 oder 8 zum Teil sehr exotische Komponenten munter zu einem wohligen Weihnachts-Kuschelduft kombinieren wollte. Im Nachhinein war das keine so gute Idee, denn meine Haut mochte das Gemisch schon bei der ersten Anwendung nicht. Kein Wunder, denke ich mir aus heutiger Sicht!

Wer noch nie ätherische Öle genutzt hat, dem empfehle ich, mit einer übersichtlichen Anzahl an ätherischen Ölen zu starten (vielleicht drei, vier verschiedene Öle) und dabei eher auf vielseitige Klassiker anstatt ausgefallene Exoten zu setzen. Pfefferminze, Lavendel, etwas Zitrisches und vielleicht noch ein anderes blumiges (Rose, Neroli, …) oder alternativ nadeliges Öl (Fichte, Latschenkiefer, …) bilden aus meiner Sicht ein geeignetes Starter-Kit, mit dem man gut beginnen kann, sich an eigene Mischungen und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der ätherischen Öle heranzutasten. Edit: aber Achtung, falls ihr Zitrusöle für die Hautpflege verwendet – sie sind photosensitiv, so dass entsprechende Hautpartien nach der Anwendung keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden sollten, um Hautschäden zu vermeiden.

aromatherapie ätherische öle starter set

Tipp Nr. 4: Mit einfachen Rezepten beginnen und die Dosierung beachten

Mein komplexes Körperöl mit viel zu vielen Einzelkomponenten war also wie gesagt keine so gute Idee. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass ich vermutlich die ätherischen Öle auch viel zu hoch dosiert habe. Also schaltete ich einen Gang zurück und versuchte es stattdessen mit einfachen Mischungen – gepaart mit Dosierungsempfehlungen. Für ein Gesichtsöl sind ca. 2-4 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Basisöl eine geeignete Richtlinie, für Körperöl können es ruhig 5-10 Tropfen auf 100 ml Basisöl sein.

Als Aromatherapie-Neuling gibt es aber auch noch einfachere Wege als das Selbermischen, um die Vorzüge der Aromatherapie genießen zu können. 1-2 Tropfen ätherisches Öl können bspw. auf dem Duftstein für eine tolle Atmosphäre am Schreibtisch oder im Wohnzimmer sorgen. Für die Raumbeduftung eignet sich auch die klassische Duftlampe, es muss nicht gleich ein teurer Diffusor sein. Wer dann auf den Geschmack gekommen ist, kann sich nach und nach an Rezepte für Gesicht und Körper herantasten. Ein einfaches Rezept für ein Body Peeling findet ihr bspw. hier.

aetherische öle duftlampe

Tipp Nr. 5.  Sich inspirieren lassen

Im Netz findet man eine riesige Vielfalt an Inspirationen und Rezepten zum Selbermischen mit ätherischen Ölen. Jess von den Alabastermädchen hat bspw. hier und hier tolle Rezepte vorgestellt, die direkt Lust aufs Selbermischen machen.

Ich selbst blättere aber ganz old School nach wie vor am liebsten in Büchern und schmökere dort auf der Suche nach Rezepten und Informationen. Folgende Bücher zum Thema Aromatherapie habe ich euch bereits vorgestellt:

aromatherapie buch empfehlung

Tipp Nr. 6: Die Haltbarkeit beachten

Zu guter letzt solltet ihr die Haltbarkeit eurer ätherischen Öle im Blick behalten. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, auf jedem Fläschchen zu notieren, wann ich es angebrochen habe. Eine pauschale Aussage zur Haltbarkeit kann nicht getroffen werden, das variiert von Sorte zu Sorte. Zitrusöle sind ca. 6 Monate haltbar, einige andere Öle wie z. B. Sandelholz „reifen“ sogar noch und werden im Laufe der Zeit immer „aromatischer“. Entsorgt werden ätherische Öle grundsätzlich im Sondermüll. Sie lassen sich jedoch teilweise auch anderweitig aufbrauchen – Zitrusöle können bspw. noch gut als Zusatz im Putzwasser verwendet werden.

Tipp Nr. 7: Den Komfort anwendungsbereiter Produkte nutzen

Falls ihr keine Lust habt, euch mit der Dosierung, möglichen Nebenwirkungen, Kombinationsmöglichkeiten und Anwendungsfeldern ätherischer Öle im Detail vertraut zu machen, müsst ihr dennoch nicht auf Aromatherapie oder Aromapflege verzichten. Anbieter wie Primavera oder Farfalla bieten zahlreiche hochwertige Produkte an, die sofort einsatzbereit sind. Ich habe euch einige davon bspw. in diesen Beiträgen näher vorgestellt:

primavera harmony airspray

Zu guter letzt möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ätherische Öle potente Powerpakete sind, die die volle Pflanzenkraft in sich vereinen. Daher sind sie insbesondere in der Schwangerschaft und bei der Anwendung bei Babys und Kindern mit Vorsicht zu genießen – die Beratung durch einen Fachmann/eine Fachfrau ist dabei ggf. ratsam. Falls ihr euch noch für einige grundlegende Infos zu ätherischen Ölen in Hinblick auf die Gewinnung, Zusammensetzung, Wirkung etc. interessiert, kann ich euch diesen Artikel von Julia auf Beautyjagd sehr empfehlen.

Verwendet ihr selbst ätherische Öle? Oder habt ihr bestimmte anwendungsfertige Produkte, auf die ihr gern zurückgreift?

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12 Comments

  • Reply Waldfee 30. Mai 2016 at 5:50

    Oh ich liebe ätherische Öle und seit Jahren steht auf meinem Nachttisch Primavera Lavendel Fine für den Duftstein. Und dann mag ich noch Neroli sehr gerne.

    • Reply Herbs & Flowers 2. Juni 2016 at 15:27

      Neroli und Lavendel – die mag ich beide auch sehr gern. 🙂

  • Reply Nije 30. Mai 2016 at 9:15

    Oh wie perfekt zeitlich passend dein Beitrag gerade ist! Ich fange nämlich gerade erst an, mich an das Thema heranzutasten! Vielen Dank! Mein erste Mischung war übrigens ein Yogamattenspray mit Eukalyptus und Lavendel. Das mag ich so gerne, dass ich es manchmal einfach im ganzen Raum versprühe 🙂

    • Reply Herbs & Flowers 2. Juni 2016 at 15:28

      Ah, ein Yogamattenspray! Das würde ich direkt glatt selbst auch mal ausprobieren, danke für die Idee! 🙂 Und viel Spaß beim Eintauchen in die Welt der Aromatherpie wünsche ich dir. 🙂

      • Reply Petra 2. Juni 2016 at 17:50

        Sorry, wenn ich schon wieder maule😳 Ätherische Öle und Yogamatten, das geht nur bedingt miteinander. Bei reiner Wolle mag das grundsätzlich funktionieren, ich hätte aber Sorge, dass das mit dem Lanolin ranzt. Wie Naturkautschuk mit äÖ reagiert weiß ich nicht. Aber Kunststoffmatten wird das nicht bekommen, die lösen sich dann auf.

        • Reply Herbs & Flowers 2. Juni 2016 at 18:38

          Hm, also ich hab auf anderen Blogs auch schon öfters DIY-Rezepte für solche Sprays gelesen – mit Bio-Alkohol und ÄÖ oder mit Wasser und Essig und ÄÖ. Ich werde das mal an einer Teststelle probehalber mit dem Hand-Desinfektionsspray von Dr. Bronners probieren, das ist ja letztendlich auch nichts anderes von der Mischung her. Zur Not hat meine Matte dann halt eine runde Ecke. 😀

          • Petra 2. Juni 2016 at 22:02

            Hehe, die wird nicht gleich eine runde Ecke bekommen, aber du kennst das doch bestimmt vom empfindlichen Oberflächen. Aber es ist bestimmt sich eine Frage der Konzentration.

  • Reply Petra 30. Mai 2016 at 10:49

    Ich gestehe, ich bin ein Öloholic 😇 Allerdings habe ich mich über viele Jahre einfach nur auf mein Näschen und mein Gefühl verlassen und erst in den letzten Jahren angefangen, mich mit der therapeutischen Wirkung von Ölen auseinander zu setzen. Offenbar habe ich aber ein ganz gutes Gefühl gehabt, denn einige Mischungen habe ich ähnlich in Rezepten wiedergefunden. Von meinem Primavera-Workshop und auch dem Salbenworkshop bei Ryoko habe ich dennoch sehr profitiert, denn selber Öle mit Kräutern angesetzt habe ich nur mit Lavendel und Küchenkräutern.

    Wenn man die Höchstmengen an äÖ einhält kann man aber mE durchaus seiner Kreativität freien Lauf lassen, wenn man zB Körperöle nicht täglich benutzt, sondern das wählt, auf das man gerade Lust hat – vertraue auf dein Gefühl. Manchmal riecht die eigene Mischung dann nicht so toll, aber das passiert. Basiswissen über Verträglichkeit, Haltbarkeit und Photosensibilität sollte man sich aber in jedem Fall aneignen. Deine Auswahl finde ich übrigens sehr geeignet für Einsteiger, bei den Zitrusölen könntest du aber vielleicht noch den Hinweis auf die Photosensibilität einiger Öle und entsprechender Alternativen aufnehmen.

    • Reply Herbs & Flowers 2. Juni 2016 at 15:33

      Ich war ja vor 2 Jahren auch bei einem Primavera-Workshop, der war klasse! Dein Salbenworkshop bei Ryoko war bestimmt auch spitze. 🙂
      Stimmt, Photosensibilität ist ein Thema, gerade bei den Zitrusölen. Ich hatte gedanklich eher die Duftlampe mit Zitrusdüften vor Augen, daher hatte ich es nicht erwähnt. Ich werde das noch ergänzen, danke dir für den Hinweis!

  • Reply strawberrymouse 1. Juni 2016 at 0:15

    Man mag es kaum glauben, aber ja, ich besitze tatsächlich auch ein paar ätherische Öle 😉
    Ich mag dabei sowohl die Raumbeduftung als auch die Anwendung bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder ähnlichem.
    Was mir im Internet häufig fehlt: entsprechende Wahrnehmngen. Wie Du schreibst: ätherische Öle sind hochpotent und mit viel Vorsicht zu genießen.
    strawberrymouse kürzlich veröffentlicht…[Beautygeplänkel] Liebster Blogaward…oder: es wird mal wieder Zeit für ein Gespräch…My Profile

    • Reply Herbs & Flowers 2. Juni 2016 at 15:35

      Kopfschmerzen sind ein gutes Stichwort – mein Klarer-Kopf Roll-On von Primavera hat just heute wieder Hochkonjunktur bei mir.

  • Reply strawberrymouse 6. Juni 2016 at 23:43

    Sollte natürlich Warnungen heißen 😀
    strawberrymouse kürzlich veröffentlicht…[New In] Preview statt PostviewMy Profile

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    commentluv