Gesichtspflege mit (rein optischem) Gruselfaktor: die Bee Venom Mask von Living Nature

31. Oktober 2018
bee venom mask living nature

Es wurde ja langsam auch Zeit: allmählich sind Tuchmasken als K-Beauty-Trend auch in der Naturkosmetik angekommen. Mit den meterlangen, prall gefüllten (konventionellen) Kosmetikregalen in den Drogeriemärkten kann die Auswahl zwar nicht mithalten, aber fündig wird man ja inzwischen selbst dort im Naturkosmetik-Bereich. Zum Abschluss meines Halloween-Specials gibt es also heute auch noch ein bisschen was zum Gruseln – Michael Myers lässt grüßen.

Tuchmasken – was, warum und wie?

Die englische Bezeichnung Sheet Masks wird dieser fancy Produktart mit Ursprung in Korea mehr gerecht als sein doch eher bodenständiges deutsches Pendant. Es handelt sich dabei um ein Tüchlein, das mit einer Flüssigkeit getränkt ist. Das Tuch selbst besteht häufig aus Vlies oder Baumwolle, es gibt aber bspw. auch Varianten aus Hydrogel.

Die Inhaltsstoffe, die über das getränkte Tuch auf die Haut gelangen, versorgen diese in aller Regel intensiv mit Feuchtigkeit. Grundsätzlich gibt es aber Variationen in Hülle und Fülle, die je nach Hautbedürfnis verschiedene Inhaltsstoffe im Gepäck haben, die bspw. aufhellend oder beruhigend wirken oder trockene Haut mit Lipiden versorgen. Viele der Masken haben zudem eine leicht kühlende Wirkung auf der Haut. Das ist natürlich gerade im Sommer sehr angenehm, kann aber davon abgesehen bspw. nach einer zu kurzen Nacht auch erfrischend wirken.

Das Prinzip der Anwendung ist grundsätzlich immer dasselbe: man nimmt die Tuchmaske aus der Verpackung, faltet sie vorsichtig auseinander (was manchmal gar nicht so einfach ist) und breitet sie auf dem Gesicht aus. Das ist nach dem Auseinanderfalten oft die nächste Herausforderung, denn jedes Gesicht hat nun einmal andere Proportionen und eine Tuchmaske kann je nach „Schnitt“ mal mehr und mal weniger gut sitzen. Deshalb gibt es auch Masken, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, um eine optimierte Passform zu ermöglichen.

Augen – und Mundpartie sollten jedenfalls ebenso unbedeckt bleiben wie die Nasenlöcher, um für ca. 15 bis 20 Minuten entspannen zu können, während die Maske ihre Dienste in Sachen Skincare verrichtet. Seit ich es auf Instagram mal in einer Story gesehen habe, finde ich es selbst superpraktisch, die Maske mit einem Gesichtsroller (ihr wisst schon, Jade, Rosenquarz, …) final in Form zu bringen. Anschließend wird das Tuch von der Haut genommen und entsorgt. Bleiben Reste der Flüssigkeit, mit der die Maske getränkt war, auf der Haut zurück, können sie sanft einmassiert werden.

Nachteil der Masken: im Vergleich zu ihren Kollegen aus der Tube oder zum Selberanrühren verursachen sie ganz schön viel Müll. Deshalb sind Tuchmasken für mich auch eher ein Special Treatment für besondere Anlässe und nichts für die tägliche Beauty-Routine.

Ich habe schon diverse Tuchmasken ausprobiert, die ein oder andere hat auch schon ihren Weg auf den Blog gefunden. Heute zeige ich euch eine Tuchmaske mit hohem Anwendungskomfort und außergewöhnlichen Inhaltsstoffen:

Die Bee Venom Mask von Living Nature

bee venom mask living nature

Die Bee Venom Mask kommt als „Einteiler“ daher. Zusammengefaltet sieht sie so aus:

bee venom mask living nature

Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Tuch, das aus Bio-Baumwolle besteht, auseinanderfalten und auf dem Gesicht platzieren. Das Anpassen an die eigene Gesichtsform funktioniert gut, da die Maske nicht zu glitschig ist und an vielen Ecken und Enden kleine Schlitze hat, sodass sich die einzelnen Partien gut abdecken lassen. Lediglich meine Nasenspitze hätte noch locker einen Zentimeter mehr Tuchstoff gebrauchen können, um richtig bedeckt zu sein.

Und weil ich euch ja zum Abschluss des Halloween-Specials heute Schaurig-Schönes versprochen habe, gibt es natürlich auch ein Tragebild mit der Tuchmaske von Living Nature. Boooh!

Kommen wir zu den Inhaltsstoffen der Maske. „Venom“ heißt ja auf Deutsch nichts anderes als Gift, bee venom ist entsprechend also Bienengift. Wait, whaaaat? Lässt sich Bienengift nicht nur dadurch gewinnen, dass die Biene sticht, ihren Stachel verliert und dabei stirbt? Ich kann euch beruhigen, der Gruselfaktor der Living Nature Bee Venom Mask ist tatsächlich rein optischer Natur (siehe oben) und hat nichts mit Tierquälerei zu tun. Das Apitoxin (Bienengift) wird folgendermaßen gewonnen: Vor dem Bienenstock werden Glasplatten mit dünnem Vlies platziert, die mit elektrischem Strom versetzt werden. Dieser Reiz führt dazu, dass die Biene sticht, sobald sie auf der Glasplatte sitzt, und so ihr Gift abgibt. Aufgrund der harten Oberfläche bleibt der Stachelapparat dabei intakt, die Biene bleibt am Leben.

Bienengift enthält über 30 verschiedene Komponenten und wird gern als natürliches Botox bezeichnet, da es die Durchblutung fördert, die Kollagenbildung anregt und für glattere, gefestigte Haut sorgt. Das enthaltene Melittin hilft außerdem als eine Art Wirkstoff-Taxi dabei, andere Wirkstoffe tiefer in die Haut zu schleusen. Entzündungshemmend wirkt das Bienengift obendrein – genauso wie der enthaltene Manukahonig aus Neuseeland (der einer der „Signature-Inhaltsstoffe“ von Living Nature ist). Glycerin sorgt für Feuchtigkeit und Kokosöl bringt zusätzlich pflegende Lipide ins Spiel. Der Duft ist übrigens so dezent, dass ich ihn nicht einmal mehr genau beschreiben kann. In Summe liest sich die INCI-Liste dann so:

Aqua, Glycerin (vegetable glycerine)**Apitoxin (bee venom)**, Mel (manuka honey), Cocos nucifera (coconut) oil**, Isoamyl laurate, Galactoarabinan (larch tree extract), Xanthan gum, Caprylyl/Capryl glycosides, Sodium cocoyl glutamate, Caprylate, Citric acid, Triethyl citrate, Glyceryl caprylate, Benzoic acid, Sodium levulinate, Sodium anisate, Sodium phytate, Parfum*

*from natural essential oils: Gernaniol, Limonene

**Certified organic

Ich habe die Maske ganz gemütlich 30 Minuten einziehen lassen. Das Hautgefühl ist angenehm, die Maske wirkt kühlend, während ich nach einiger Zeit gleichzeitig merke, dass die Haut aktiviert wird. Das ist aber kein unangenehmes Brennen, sondern eher ein leichtes Prickeln. Nach der Einwirkzeit bleiben so gut wie keine Rückstände auf meiner Haut zurück. Das Gefühl ist angenehm: kein Brennen, keine Rötungen, nichts. Glatt und durchfeuchtet fühlt meine Haut sich an, prall wirkt sie außerdem. Und in der Tat habe ich den Eindruck, dass sich das auch optisch bemerkbar gemacht hat und kleine Fältchen auf der Stirn danach weniger stark ausgeprägt sind. Den pflegenden Effekt des Kokosöls spüre ich jedenfalls zweifelsohne. Das fabelhafte Gefühl hält sich über mehrere Stunden, selbst am nächsten Morgen habe ich den Eindruck, dass meine Haut noch von der Wirkung profitiert.

Mit 9,50 Euro ist die Bee Venom Mask kein günstiges Vergnügen; gemessen an der Qualität, den Inhaltsstoffen und der Wirkung ist mir die Tuchmaske das aber allemal wert. Ich gönne mir die Maske hin und wieder vor speziellen Anlässen, bspw. als Vorbereitung für ein Date mit meinem Mann oder aber als Belohnung nach einer anstrengenden Woche. Erhältlich ist sie sowohl direkt bei Living Nature als auch bei Händlern wie der Naturdrogerie.

Ich liebe es ja, wenn Naturkosmetik-Produkte dazu führen, dass ich etwas Neues lerne. In dem Fall habe ich mein Wissen über Bienengift erweitert und finde es außerdem spannend, wie Living Nature den Trend der Tuchmasken umgesetzt hat.

Gruselt es euch bei dem Gedanken an Bienengift in der Naturkosmetik oder findet ihr das eher interessant? Und kennt ihr die Bee Venom Mask von Living Nature sogar schon? So oder so – ich wünsche euch heute einen schaurig-schönen Halloween-Abend!

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