Rauhnachtskalender 2018: Die Zeit zwischen den Jahren bewusst genießen und gestalten

20. Dezember 2018

Ich werde nicht müde, zu erzählen, wie sehr ich jedes Jahr auf Neue die Zeit zwischen Weihnachten und den ersten Tagen des neuen Jahres genieße. Irgendwie fühlen sich diese Tage immer anders an als der Rest des Jahres. Der Puls der Zeit schlägt langsamer, der Alltag hat die Pause-Taste gedrückt. Eine gute Zeit, um zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren, Altes abzuschließen, sich zu sammeln, Inspiration zu finden und neue Pläne zu schmieden.

Dieses Gefühl möchte ich in diesem Jahr gern mit euch teilen. Deshalb gibt es hier auf dem Blog vom 24.12 bis 05.01. ein Special: meinen Rauhnachtskalender. Denn die Rauhnächte beschreiben genau diese Zeit zwischen den Jahren, in der sich alles etwas anders anfühlt als im restlichen Jahr.

Was hat es mit den Rauhnächten auf sich?

rauhnacht

Im Prinzip sind die Rauhnächte ganz nüchtern betrachtet die Lösung für ein mathematisches Problem: sie gleichen die Differenz zwischen Mond- und Sonnenjahr aus. Unser Sonnenjahr hat bekanntlich 365 Tage. Ein Mondjahr kommt hingegen nur auf 29,5*12=354 Tage. Das ergibt eine Abweichung von 11 Tagen. Um Sonnen- und Mondjahr kalendarisch anzugleichen, werden also 11 „tote Tage“ ergänzt – und mit ihnen 12 Nächte.

Nächte, die praktisch aus dem Nichts kommen. Wenig verwunderlich, dass das unsere Vorfahren als spooky erachtet haben. Entsprechend ist diese Zeit in der Mythologie von besonderer Bedeutung und mit allerlei Aberglaube, Bräuchen und Ritualen verknüpft. Das Tor zur Anderswelt soll in dieser Zeit besonders weit geöffnet sein. Da ist z. B. die Rede von der „Wilden Jagd“, die ihr Unwesen treib, Tiere sollen sprechen können, Wäsche wird nicht gewaschen, damit sie nicht von Reitern gestohlen und im neuen Jahr als Leichentuch zurückgebracht wird, und, und, und. Rituale rund um Themen wie Wahrsagerei oder Geisteraustreibungen, Schutz und Reinigung sind früher in dieser Zeit daher von Bedeutung gewesen und haben sich zum Teil in abgewandelter Form bis heute erhalten – man denke z. B. an Feuerwerk und Bleigießen zu Silvester.

Es gibt übrigens unterschiedliche Auffassungen darüber, wann genau die Zeit der Rauhnächte beginnt und endet. Mal ist die Nacht der Wintersonnenwende der Startpunkt (Freunde des Lichts, die Tage werden wieder länger!), mal der 24.12., mal der 25.12. Für mich persönlich bildet der 24.12. den Startschuss für die magische Zeit, in der die Uhren langsamer ticken.

Schaut man sich die verschiedenen Rituale und Bräuche an, geht es im übertragenen Sinn um Aspekte wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft, das Schaffen von Ordnung (sowohl im äußerlichen Umfeld als auch im eigenen Innenleben), Dankbarkeit, Innehalten, das Abschließen von Altem und die Wegbereitung für Neues. Und genau aus dieser Perspektive heraus ist mein Rauhnachtskalender entstanden.

Was erwartet euch im Rauhnachtskalender auf Herbs & Flowers?

rauhnacht

Kurz gesagt: 12 Rauhnächte – 12 Artikel, plus einen abschließenden Beitrag.

An jedem Tag erfahrt ihr, wie ich die jeweilige kommende Rauhnacht gestalte (dabei beschränke ich mich nicht auf die Nächte als solche, sondern schließe zum Teil auch Aktivitäten am Tag ein). Es geht dabei nicht um aufwendige oder super fancy Aktionen, sondern eher um Momente der Achtsamkeit. Bewusst innehalten, zurückblicken, nach vorn schauen, den Kopf mal auf Stand-By schalten und stattdessen das Herz das Zepter schwingen lassen. Tief in mich hineinhorchen und schauen, was da so vor sich geht.

Ich werde deshalb räuchern, meditieren, basteln, gestalten, draußen sein, … und natürlich auch hier und da Naturkosmetik mit einbeziehen, denn Körperpflege hat für mich viel mit dem In-Kontakt-mit-sich-selbst-sein zu tun.

Jede Rauhnacht steht dabei unter einem bestimmten Motto. Das ist der „Fahrplan“:

  1. Rauhnacht vom 24. Dezember zum 25. Dezember: Rückschau halten
  2. Rauhnacht vom 25. Dezember zum 26. Dezember: Mit sich im Reinen sein
  3. Rauhnacht vom 26. Dezember zum 27. Dezember: Der Stille lauschen
  4. Rauhnacht vom 27. Dezember zum 28. Dezember: Mit der Natur verbinden
  5. Rauhnacht vom 28. Dezember zum 29. Dezember: Fülle erleben
  6. Rauhnacht vom 29. Dezember zum 30. Dezember: Selbstliebe erfahren
  7. Rauhnacht vom 30. Dezember zum 31. Dezember: Herzensziele erspüren
  8. Rauhnacht vom 31. Dezember zum 1. Januar: Das Neue begrüßen
  9. Rauhnacht vom 1. Januar zum 2. Januar: Frieden schließen
  10. Rauhnacht vom 2. Januar zum 3. Januar: Dankbarkeit fühlen
  11. Rauhnacht vom 3. Januar zum 4. Januar: Wandel annehmen
  12. Rauhnacht vom 4. Januar zum 5. Januar: Das Licht entfachen

Zusätzlich folgt eine abschließende Reflexion in der Nacht vom 5. Januar zum 6. Januar.

Die Beiträge erscheinen jeweils morgens an dem Tag, auf den die jeweilige Nacht folgt. Der erste Beitrag geht also am 24.12 morgens online, der zweite am 25.12. usw.

Was braucht ihr dafür?

rauhnacht

Wenn ihr Lust habt, einige meiner Ideen zu adaptieren, ist es natürlich hilfreich, das Ganze ein bisschen vorzubereiten. Deshalb kommt hier eine Liste mit Dingen, die ich in dieser Zeit nutzen werde:

  • Kerzen oder Teelichter
  • Räucherwerk: was immer ihr mögt, ich nutze Räucherstäbchen und Räucherwerk von Shoyeido, eine Räuchermischung von Saint Charles, Räuchermischungen von Grüne Erde sowie verschiedene Räucherwerke von Sonnlicht
  • Räucherstövchen oder anderes Zubehör (alle Infos rund ums Räuchern findet ihr in diesem Beitrag): ich nutze ein Stövchen und meine Duftlampe
  • Notizheft und Schreibzeug
  • Plätzchenausstechformen: nein, ich werde nicht backen, sondern damit basteln
  • Zeitungen, Magazine, Kataloge o. ä. mit hübschen Bildern, Schere, Papier, Kleber: ich habe hier u. a. einen Stapel bisheriger Ausgaben der Flow liegen
  • Kristalle, Familien-Fotos, Andenken an Angehörige: das gehört alles zu einem DIY-Projekt
  • Eine Schale oder einen großen Teller, der dekoriert werden kann
  • Tarot-Karten: klassisch von A. E. Waite oder moderne Orakel- bzw. Tarot-Karten
  • Badezusatz: Bademilch, -salz, -öl … was immer ihr mögt.
  • Meersalzpeeling: gekauft oder ganz easy selbst gemacht, hier geht’s zur Anleitung
  • Wunderkerzen
  • Lieblingstee und Lieblingstasse
  • Klangschale: dient lediglich der Einstimmung auf bestimmte Übungen/Meditationen
  • Goldenes Farbspray und Einweg-Handschuhe: dient nur Dekozwecken
  • Bequemes Kissen und bequeme Kleidung
  • Edelsteine oder andere kleine Gegenstände: davon ca. 4-8 Stück

Was mir noch wichtig ist:

Fühlt euch bitte auf keinen Fall dazu gezwungen, euch sklavisch an irgendeines meiner Rituale zu halten. Versteht den Rauhnachtskalender als ein Angebot, das ihr ganz nach euren Vorstellungen beliebig abwandeln könnt. Ihr möchtet nicht räuchern? Dann verzichtet einfach darauf. Basteln ist nicht euer Ding? Zwingt euch nicht dazu. Ihr fühlt euch beim Meditieren unwohl? Trinkt vielleicht stattdessen einfach in Ruhe eine Tasse Tee. … Ihr versteht, was ich damit sagen will. Sucht euch das heraus, was euch selbst entspricht und fühlt euch frei darin, eure eigenen Rauhnachts-Rituale zu gestalten.

Ich lade euch ein, diese Zeit „zwischen den Jahren“ achtsam – im Sinne von bewusst und gefühlsbetont – zu erleben und zu gestalten. Als Zeit des Herzens, nicht des kopflastigen Verstands.

Also: fühlt, spürt und genießt – am Montag geht es los!

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5 Comments

  • Reply Gina 20. Dezember 2018 at 18:09

    Tolle Idee! ich hab erst neulich von den Rauhnächten gehört und wollte mich da noch mehr informieren und ein paar Rituale umsetzen, daher kommt dein Rauhnachtskalender wie gerufen! Ich bin gespannt auf deine Beiträge und freue mich diese Tage dieses Jahr etwas anders zu nutzen :)

    Liebe Grüße
    Gina

  • Reply Carmen 20. Dezember 2018 at 20:19

    Bin sehr gespannt. Die Raunächte stehen sogar in meinem Kalender, nachdem es im letzten Jahr nicht funktioniert hat. Habe sogar Buch und CD, aber…
    Freue mich!

  • Reply Ava 21. Dezember 2018 at 12:14

    Eine schöne Idee, ich bin gespannt auf die Beiträge…

  • Reply Daniela 21. Dezember 2018 at 12:33

    Ach, Ida, wie toll! Großartiger Post und wie immer mit so schönen Fotos illustriert. Ich habe auch ein paar Rituale für die Rauhnächte geplant! Danke für die Inspiration!

  • Reply Jennifer 25. Dezember 2018 at 12:25

    Welch schöne Idee!

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